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1. Er aber Sprache zu ihm: es war ein Mensch, der machte eine groß Abendmahl
und lud viele dazu. Und sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls,
zu sagen den Geladenen: Kommt, denn es ist alles bereit, und sie fingen an alle
nacheinander sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen
Acker gekauft, und muß hinausgehen und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige
mich. Und der andere sprach: Ich habe Joch Ochsen gekauft, und ich gehe jetzt
hin, sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritter sprach:
Ich habe ein Weib genommen; darum kann dich nicht kommen. Und der Knecht kam
und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig und sprach zu
seinem Knechte: Gehe aus bald auf die Straßen und Gassen der Stadt und
führe die armen und Krüppel und Lahmen und Blinden herein. Und der
Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast; es ist aber noch
Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen
und an die Zäune, und nötige sie herein zukommen, auf das mein Haus
voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen
sind, mein Abendmahl schmecken wird.
Dieses Evangelium hat man darum auf den heutigen Sonntag gelegt, weil man in
dieser Woche das Fest des Frohnleichnam Christi begangen hat, wie es noch heute
bei den Katholiken gefeiert wird. Denn sie haben das Abendmahl, wovon dieses
Evangelium berichtet, auf das Sakrament gedehnt und damit bestätigt die
einige Gestalt des Sakramentes, welches, wie wir wissen, eines der vornehmsten
Stücke ist, darüber wir mit ihnen nicht einig sind.
2. Weil nun das junge Volk nichts von diesem Fest und dem Prunk weiß,
und die Alten auch vergessen haben, ist es gut, daß man davon predigt,
denn wenn unsere Jugend in die Kirchen kommt oder solch ein abgöttisches
Wesen sieht, sie sich nicht daran ärgern, und sagen können, daß
dieses nicht richtig ist, daß man solch einen falschen Gottesdienst anrichtet
und dabei soviel Geld ausgibt, und nicht nach der Meinung kommen, daß
man den Sakrament gedenkt und ehrt. Die Katholiken aber tragen nicht das ganze
Sakrament in Brot und Wein herum, sondern durch das Brot allein machen Sie es
zu einer Schmach und Schande. Sie selbst aber kommen dabei zu den höchsten
Ehren, denn diesen Unterschied wollen sie damit erhalten, daß der Pfaffenstand
ein besonders hoher und schöner Stand sei vor Gott. Denn den einfachen
und gemeinen Christen dürfe man nicht das ganze Sakrament geben, sie müssen
sich an dem Brot alleine begnügen lassen.
3. Diesen Unterschied machen sie mit dem Fest Frohnleichnam, damit sie ihren
eigenen Stand, wie gesagt, vor anderen Worten hoch halten wollen, damit aber
den heiligen Sakrament Schande und Schmach bereiten und auch unserem Herrn Jesus
Christus, welcher dieses Sakrament nicht darum eingesetzt hat, daß man
einen Unterschied mache zwischen den geistlichen (wie sie erdichtet haben) und
einem einfachen Christenstand. Christus hatte auch nicht für diesen oder
einen besonderen Stand gelitten, und ist gestorben, sondern zum Trost seiner
christlichen Kirche, welche nicht geteilt, sondern ein einiger Leib ist des
einigen Hauptes Jesu Christi, in dem alle Glieder, gleich sind, obwohl der Beruf
und die Werke ungleich und unterschiedlich sind.
4. Diesen Mißbrauch, der sehr groß und gefährlich ist, sollte
man nicht vergessen, sondern von der Kanzel fleißig predigen, weil die
Katholiken so verstockt und unbußfertig auf ihrem gottlosen Wesen bestehen.
Denn wie kommt das heilige Sakrament dazu, daß man es dazu gebraucht um
einen Unterschied unter den Christen zu machen, so es doch unser Heiland Jesus
Christus gerade dazu eingesetzt hat, um uns einen Trost und ein gutes Gewissen
zur Stärkung unseres Glaubens. Denn das Sakrament soll in der Christenheit
gleich wie ein Band sein, mit dem die Christen zusammen verbunden sind, daß
sie gleich wie ein Brot oder ein Kuchen sind, nicht allein damit, daß
sie zugleich einen Gott, ein Wort, eine Taufe, ein Sakrament, einer Hoffnung
und Zuversicht haben, sondern auch ein Leib sind, wo ein Glied dem anderen die
Hand reicht, helfen, raten und das Leid zusammen tragen. Diesen Brauch des heiligen
Sakramentes haben die Katholiken ganz und gar aufgehoben, daß allein Sie
sich das Sakrament angemaßt haben, und sich dadurch zu einem besonderen
Haufen gemacht, der besser sein sollte, als die einfache Christenheit. Damit
nun aber die einfachen Christen auch eine Gestalt haben und nicht ganz verachtet
sind, haben sie dieses Fest acht Tage lang im Jahr gehalten, wo man dieser einen
Gestalt mit einem großen Gepränge durch die Stadt mit Spielen und
Musik, damit den Leuten die Augen darüber übergingen, daß sie
denken mußten, obwohl der Priesterstand viel herrlicher wäre und
größer vor Gott, so hätten sie doch auch etwas, womit man sich
rühmen könne.
5. Zu diesem allen hat das heutige Evangelium ihnen auch gedient. Gleich als
hätte dieser Hausvater ein Mahl für Mäuse angerichtet, und allein
zu essen, aber nicht zu trinken gegeben. Dabei singen sie aber doch: "
komme, esset mein Brot und trinket meinen Wein ". Aber so geht es unserem
Herrn und Gott immer, was er stiftet und anordnet, das muß von dem Teufel
und den Seinen verkehrt werden, dazu noch gelästert und geschändet.
Also geht es mit den heiligen Sakrament auch, welches auf dieses Fest noch heute
auf das greulichste von den Katholiken gelästert und geschändet wird.
Denn, wie gesagt, halten sie dies Fest nicht dem heiligen Sakrament zu Ehren,
sie würden sonst das ganze Sakrament herumtragen. Sie machen aber es sich
selbst zu Ehren und verdrehen es dahin, nicht, daß wir viel davon haben
sollten, sondern allein, daß wir wissen sollen, was für ein Unterschied
wäre zwischen einem Priester und einem einfachen Mann. In anderen Sachen,
wo es Gott so geschaffen hat, ist es wohl gut, einen Unterschied zu machen,
als, daß eine Frau eine Frau, ein Mann ein Mann bleibt. Das weltliche
Obrigkeit einen Unterschied zu dem Volk, und so weiter mit anderem weltlichen
Ständen. Daß man aber hier in Sakrament einen Unterschied machen
will, wo Gott allen Unterschied aufgehoben hat, daß Papst, Bischöfe,
wo der Paulus sollte eine bessere Taufe, ein besseres Evangelium haben, als
ein einfacher Christ, das ist nicht die Meinung unseres Herrn Jesus Christus.
Darum ist es auch ein großes Unrecht, daß die Katholiken für
sich ein besseres Sakrament haben wollen, denn anderer einfacher Christen, die
sie Laien nennen. Unser Seligmacher, der Herr Christus, hat das Sakrament nicht
eingesetzt um einen Unterschied unter seinen Christen zu machen, sondern einer
genauso viel davon haben soll als der andere.
6. Ich will nun schweigen von dieser greulichen Abgötterei, welche sie
mit dem Frohnleichnam mit Macht in die Leute getrieben, daß sie darüber
vergessen haben, wer dieses Sakrament richtig gebrauchen will, der soll essen
und trinken, wie es Christus befohlen hat. Diesen Befehl haben sie den Christen
nicht vorgehalten, sondern sie dahin gewiesen, es sei mit diesem Sakrament genug,
wenn sie es allein sehen, davor niederfallen und anbeten, wo wir so etwas doch
nicht in der Bibel lesen. Denn Christus hat das Sakrament ja nur dazu geordnet,
daß man es essen und trinken, und dadurch den Glauben stärken soll,
aber nicht dazu, daß man es ansehen, herumtragen oder anbeten soll. Wer
es aber nun so gebraucht wie es Christus nicht befohlen hat, der mag sehen,
wie er damit umgehe und was er von solchem Sakrament behalte. Denn so der Leib
und das Blut Christi aus Befehl unter Brot und Wein da ist, dieses Sakrament
aber anders gebraucht, als es Christus befohlen hat, er hat kein Sakrament mehr
sondern richtet damit eine Abgötterei an.
7. Dieses alles ist wegen der Jugend und auch um unseretwillen zu sagen, daß
sich ein jeder vor dem Greuel hüte, und den Teufel kennen lerne, den der
Papst hier eingeführt hat, und die Christenheit zertrennt, wo sie doch
unser Herr und Gott einig haben will. Denn sie verdammen und verfolgen uns darum,
daß wir nicht Mäuse und Ratten sein wollen und solches aus uns machen
lassen wollen. Darum sind es Leute, denen man einfach feind ist, weil sie gegen
Christus und seine Ordnung so trotzig handeln. Darum haben wir dieses Fest Frohnleichnam
aus gutem Grund aus unserer Kirche getan, weil dieses vor Gott ein Greuel, seinem
heiligen Sakrament eine Schande und uns ein großer Schaden ist. Denn wir
wollen bleiben bei der Einigkeit der Christen, daß hier einer so gut sei
als der andere, und aller Unterschied in äußerlichen nun weltlichen
Dingen bleibe. Dieses ist nun genug davon, um der Jugend und unseretwillen.
Nun wollen wir zum Evangelium greifen.
8. Dieses Evangeliums fängt an bei dem Wunderwerk, als unser Heiland Jesus
Christus in des Pharisäers Haus einen Wassersüchtigen heilt. Es sagt
aber der Evangelist: Sie haben auf ihn gelauert, daß sie ihn fangen möchten.
9. Darum fängt unser Heiland hier ein und liest den Gästen ein Kapitel,
daß sie voll Hoffart und Hochmut stecken, weil sie sich auch darum alle
bemühen immer oben zu sitzen, bis er zuletzt auch auf den Wirt zu sprechen
kommt, dieser bekommt auch seine Lektion, wie er die Gäste bitten soll,
nicht die Reichen, die ihn auf Erden wieder bitten und dafür danken können,
sondern die Armen, die ihn dort in jenem Leben wieder laden. Auf diese Rede
fängt einer von ihnen an, der sehr fromm sein will, und spricht: "
ei, selig ist der, der das Brot ißt im Reiche Gottes ", als wäre
ihm daran sehr viel gelegen. Aber der Herr merkt den Schalk und die Heuchelei
wohl, und zeigt es ihm deutlich, wie heilig er und seinesgleichen sind, daß
sie ganz und gar nichts, weder nach unserem Gott, noch dem Himmelreich fragen.
Du, spricht er, hörst dich an, als wenn du ein sehr großes Verlangen
nach dem Reiche Gottes hättest. Aber, soll dich dir die Wahrheit sagen,
du bist der Gäste einer, die man freundlich ladet, die aber anderes zu
schaffen und nicht kommen wollen. Diese Schande gilt besonders diesem, der sich
mit diesen Wunsch vor den anderen hervor tut. Als wollte der Herr sagen: Du
sagst viel, es sei ein seliger Mensch, der das Brot in Himmel ißt. O,
es ist dir wohl ein großer Ernst, wie bist du so ein guter Heiliger Mann;
nämlich von denen einer, die geladen sind, und doch nicht kommen wollen.
Dieses sind harte, scharfe, und schreckliche Worte, wer sie recht bewegen will;
denn er redet mit den Schälken, die am Tisch saßen: nicht, daß
sie etwas von ihm lernen wollten, sondern daß sie auf ihn warteten, wie
sie ihn fangen könnten. Da fängt nun das Gleichnis an, wie ein Mensch
gewesen sei, der ein großes Abendmahl machte, und schickte seine Diener
aus und ließ die Gäste bitten. Aber was taten sie? Sie entschuldigten
sich alle und blieben fort. Einer sagt, er hätte einen Acker gekauft, diesen
müßte er besehen; der andere, er hatte fünf Joch gekauft; der
dritte, er hätte ein Weib genommen: und ließen ihn mit seinem Abendmahl
sitzen, und verachteten ihn dann noch dazu, daß er zuletzt zornig ward,
nahm, was er finden konnte, Krüppel, Lahme und Blinde, und trieb sie mit
Gewalt zu dem Abendmahl. Aber von den anderen sagt er: " sie sollen mein
Abendmahl nicht schmecken ". Das ist ein hartes Evangelium gegen beide,
Juden und uns Heiden. Nun wollen wir den Text nacheinander betrachten.
10. Der Mensch, der dieses Abendmahl gemacht hat, ist unser Herr Gott selbst,
der ist ein großer und reicher Wirt; und hat auch ein Abendmahl gemacht,
nach seiner großen Majestät und Ehre, nicht allein wegen des Wirtes,
der Gott selbst ist, daß es eine große Mahlzeit wäre, wenn
er etwa eine Erbsensuppe oder trockenes Brot gegeben hätte, nein die Kost
ist auch sehr groß, das heilige Evangelium, ja, Christus, unser Herr,
selbst. Dieser ist selbst die Speise, und wird uns im Evangelium vorgetragen,
daß er für unsere Sünde durch seinen Tod genug getan hat, und
uns von allen Jammer des ewigen Todes, der Hölle, des Zornes Gottes, Sünde
und Verdammnis.
11. Diese Predigt von Christus ist das große, herrliche Abendmahl, zu
welchem er Gäste bittet, daß er die heiligen durch seine Taufe, tröste
und stärke durch das Sakrament seines Leibes und Blutes; daß es nur
an nichts fehle, das volle Genüge vorhandenen sei und jedermann satt werde.
Das also dieses ein großes Abendmahl heißt, auch wegen Kost und
Speise, die also durchwürzt und zugerichtet ist, daß es keine Zunge
ausreden und kein Herz genug begreifen kann. Denn es ist eine ewige Speise und
ein ewiger Trank, da von uns nimmer dürstet noch hungert, sondern wir werden
ewig satt, trunken und fröhlich. Und nicht ein Mensch allein, sondern soweit
die Welt ist, wenn sie auch noch zehnmal größer wäre, hätten
sie alle genug an dieser Mahlzeit. Denn das Evangelium sagt so: Wer da glaubt
an den Herrn Jesu Cristum, daß er um unseretwillen geboren ist aus Maria
der Jungfrau, und um unserer Sünde willen gemartert unter Pontius Pilatus,
gestorben, niedergefahren zur Hölle und wieder auferstanden, und sitzt
zur rechten Gottes, der soll ewig Leben und selig sein. Dagegen wer heute genug
zu essen hat, der muß morgen wieder essen. Aber dies ist eine ewige Speise,
die ewig bleibt. Gibt also den Heuchlern am Tisch zu verstehen, daß es
eine andere Mahlzeit ist, denn als sie ihm geben; und sie doch solche Schälke
und Buben sind, obwohl sie viel davon reden können, dennoch Gott um seine
Barmherzigkeit, ewiges Leben und Seligkeit verachteten, und sich alle anderen
Dinge lassen lieber sein. Folgt weiter Text:
und lud viele dazu.
12. Die " viele ", die dazu geladen werden, sind die Juden und das
ganze Volk in Israel, welches von Abraham an, durch die Propheten besonders
geladen wurden. Denn dem Erzvater Abraham ist der Same verheißen, durch
welchen der Segen kommen sollte. Und ist ihm also dies Abendmahl, als dem Vater
dieses Volkes, zuerst verkündigt, danach haben es die Propheten weiter
gesagt und das Volk darauf gewiesen, daß es unseres Herrn Gottes willen
nicht verfehlen sollte, er hat sie also fleißig laden lassen. Darum setzt
auch Paulus in seinen Episteln erst den Juden immer vor (. Den Juden vornehmlich
und auch den Griechen.)
13. Da nun die Stunde kam, daß man zu Tisch stehen sollte, das ist, daß
es um diese Zeit war, daß unser Herr Christus geboren war, und sollte
leiden und wieder auferstehen von den Toten, und sein ewiges Reich anfangen,
da gingen die Knechte aus, Johannes der Täufer und die Apostel, und sagten
zu den geladenen, zu dem Volk Israel. Liebes Volk, bisher seid ihr geladen;
jetzt ist es Zeit, kommt jetzt wird man anrichten. Euer Herr oder Messias ist
schon geboren, gestorben und wieder auferstanden; darum bleibt nicht lange draußen,
kommt zu Tische, esset und seid fröhlich, das ist, nehmet euren verheißenen
Schatz mit Freuden an, der euch vom Fluch und Verdammnis erledigt und selig
gemacht hat. Und ist solche Botschaft besonders den höchsten im Volk vorgetragen,
die im geistlichen und weltlichen Regiment waren. Aber was taten sie dazu?
Sie fingen alle an nach einander sich zu entschuldigen.
14. Das ist eine Lektion für die Gäste, die mit Christus zu Tische
sitzen, und besonders für den unnützen Schwätzer, der Christus
am Tisch meistern will und viel vom Brot im Reiche Gottes predigt: " Selig
ist, der das Brot ißt im Himmelreich ". Ja, spricht er, willst du
wissen, wie selig du bist, ich will dir es sagen: es ist schon angerichtet;
Johannes, der Täufer, ist da; ich und meine Apostel bitten euch jetzt zu
Tisch: aber ihr bleibt nicht allein draußen, sondern wollte euch noch
entschuldigen und rein sein; versündigt euch also zweifach: daß ihr
das Evangelium verachtet, und wollt dennoch recht getan haben, dazu noch heilig,
fromm und klug sein. Dieses ist eine verdrießliche Sünde. Denn an
dieser wäre es viel, viel zuviel, daß man unseres Herrn Gottes Wort
nicht annimmt und nicht glaubt; daß man aber noch weiter fährt, und
verachtet und will noch dazu gerecht sein, dieses ist sehr schlimm und nicht
zu leiden. Wie die Katholiken jetzt auch tun: sie wollen noch darum gerühmt
sein, daß sie das Sakrament nur unter einer Gestalt gegeben, die Ehe verboten
und anderes gottloses Wesen in der Kirche angerichtet habe; ja verdammen noch
uns dazu, ermorden und jagen die Leute, die diese Greuel nicht annehmen wollen.
15. Die Juden machen es ebenso, und entschuldigen sich, da sie geladen werden,
und sprechen: Sie könnten diese Lehre nicht annehmen; denn sie wäre
gegen das Priestertum und Gesetz, daß Gott selbst durch Mose gegeben hätte,
es möchte sonst Zerrüttung im Regiment folgen, welches Gott selbst
geordnet hat. Darum entschuldigt sich hier der erste mit dem Acker, der andere
mit den Ochsen, und beide meinen, es sei wohl und richtig getan; der dritte
entschuldigt sich hier gar nicht, sagt schlecht ab, er könne nicht kommen.
Dies sind dieser Heiligen Entschuldigungen gegen das Evangelium, daß sie
erstlich das Gesetz Mose und ihren Gottesdienst vorbringen. Denn weil die Apostel
predigten, daß weder Gesetz, Tempel, noch Priester nötig wären,
weil der rechte Hohepriester vorhanden wäre, Jesus Christus, aus dem Stamme
Juda, durch dasselbe Opfer allein müßte man selig werden; diese Predigt
wollten sie nicht leiden, sondern ihr Gesetz behalten; ließen also Christus
und das Evangelium fahren, und warten bis auf den heutigen Tag auf ihren Führer,
wann ihr Messias kommt, und das alte Priestertum und Königreich, wie es
gewesen ist zu der Zeit David, wieder aufrichte.
16. Dieses führt hier Christus mit dem kaufen vom Acker an, daß
der erste sagt: " Ich will meinen Acker beschauen "; das ist, wir
Priester müssen arbeiten und ernten, das ist, müssen das Volk regieren
(wie Christus auch die Prediger Ackerleute heißt, die das Evangelium säen),
wir müssen unseres Priestertum warten. Weil aber die Lehre der Apostel
dagegen ist und auf einen anderen Priester und ein anderes Opfer zeigt, verdammen
wir diese falsche Lehre und wollen zu diesem Abendmahl nicht kommen. Also entschuldigen
sich auch die anderen, so im weltlichen Regiment waren, mit den Ochsen. Denn
Ochsen heißen die Regenten im Volk (Psalm 22, 13: " Große Farren
haben mich umgeben, fette Ochsen habe mich umringt "). Denn sie dachten:
Wir haben ein Königreich und Regiment, von Gott selbst gestellt; da müssen
wir bleiben, und sehen, wie wir es erhalten. Wenn wir aber dieser neuen Lehre
anhängen, sollten wir wohl alles verlieren; darum immer weg mit dieser
Predigt! Die dritten sagen: Das Evangelium ist eine Lehre, die will nicht lassen
geizen, sondern lehrt alles in eine Gefahr setzen, Leib und Leben, Geld und
Gut, um Christie willen; darum wollen wir nicht kommen, sondern unsere Häuser
ohne diese Gefahr behalten. Denn Weib nehmen heißt hier nicht damit Unzucht
treiben oder etwas Böses und unehrliches vorhaben, sondern sich das vornehmen,
womit ein Hauswirt umgeht, daß man denkt, wie man wohl sein Haus erhalte
und mehre. Denn die Juden sahen darauf, wie Mose ihnen, wenn sie fromm wären
und Gottes Gebot hielten, verheißenen hatte zeitlichen Segen, das Vieh,
Acker, Weib, Kind, alles gesegnet sein sollte. Darum trachten sie nur danach,
daß sie Küche und Keller voll haben und reich werden, und meinten
dann, sie wären fromm und Gott hätte sie so gesegnet.
17. Also entschuldigen sich die Katholiken auch und sagen: die Lehre sei wohl
richtig, aber man müsse dennoch bei der Kirche bleiben und keine Trennung
anrichten, sonst würde Aufruhr und Spaltung folgen. Haben auch somit Sorge,
wenn sie das Evangelium annehmen, sie müssen ihre Kirche oder Obrigkeit
dadurch verlieren, obwohl doch das Evangelium allein die richtige christliche
Kirche erbaut und gegen alle Gewalt und Aufruhr schützt. Dazu hindert sie
der Geiz auch, daß sie nichts bei dem Evangelium sehen, als lauter Armut
und Verfolgung. Aber wie wird es ihnen gehen? Genau wie den Juden, die haben
so lange und fest über ihrem Gesetz, Priestertum, Königreich und Gütern
gehalten, daß sie zuletzt ganz und daran gescheitert sind und alles verloren
haben, daß sie jetzt im Elend, unter fremden, wie auf einer Schaukel sitzen,
und dazu dieses Abendmahl verlieren müssen, wie der Hausvater sagt: "
Ich sage euch, daß der Männer keiner, die geladen sind, mein Abendmahl
schmecken wird ". Doch er will es nicht vergebens zugerichtet haben; darum
sieht er sich nach anderen Gästen um, wie nun folgt:
Da ward der Hausvater zornig, und sprach zu seinen Knecht: Gehe aus bald auf
die Straßen und Gassen der Stadt.
18. Als wollte er sagen: Nun, weil es euch darum zu tun ist, daß ihr
euren Acker und Ochsen besehen und Weiber nehmen wollt, und mein Abendmahl darüber
versäumen, das ist, ihr wollt euer Priestertum, Königreich und Reichtum
erhalten, mich und mein Evangelium fahren lassen: will ich die Sache so machen,
daß hier alles, so hier auf diese Weise zu erhalten denkt, verlieren sollt,
dazu mein Abendmahl auch nicht schmecken, und mir andere Gäste schaffen.
Darum gehe du hin, Knecht, auf die Straßen und Gassen in die Stadt, und
führe die Armen und Krüppel, Lahmen und Blinden herein. Dieses ist
so unter den Juden geschehen. Denn da die großen Herrn, Fürsten und
Priester, und was das beste im Volk war, daß Evangelium nicht annehmen
wollten, aus der Ursache wie oben angezeigt, hat unser Herr Gott die geringen
Fischer, das arme, elende und verachteste Häuflein, angenommen. Wie Paulus
im erste Korinther 1,26 ff.: " Sehe an, lieben Brüder, euren Beruf:
nicht viel Weise nach dem Fleische, nicht viel Gewaltige, nicht viel Edle sind
berufen, sondern was töricht ist vor der Welt, das hat Gott erwählet,
daß er die Weisen zu Schande machte; und was schwach ist vor der Welt,
das hat Gott erwählet, daß er zur Schande machte, was stark ist;
und das Unedle vor der Welt, und das Verachtete hat Gott erwählet, und
das da nichts ist, daß er zunichte machte, was etwas ist ". Nach
diesen Spruch ist der meiste Teil, was in diesem Volk weise, heilig, reich,
gewaltig gewesen ist, von Gott darum verworfen worden, daß sie das Evangelium
nicht annehmen wollten. Dagegen hat Christus die albernen, einfältigen,
geringen Leute angenommen, als, Petrus, Andreas, Philippus, welches arme Fischer
und Bettler waren, die niemand groß achtete, daß sie den Priestern
und Fürsten im Volk die Schuhe wischen sollten. Denn sie waren die Grundsuppe,
und wie es Jesaja sagt, die Hefen von dem guten, köstlichen Wein; und allein
die Hefe sind geblieben, die der Herr hier Arme, Lahme, Krüppel und Blinde
heißt. Diese kommen zu den Gnaden und Ehren, daß sie auf diesem
Abendmahl Liebe Gäste sind und alle Fülle habe.
19. Das nun der Pharisäer sagt: " Selig sind die, die das Brot im
Reich Gottes essen "; Ja, antwortet Christus, selig sind die; aber dir
und deinesgleichen ist es nur zu tun um einen Acker und Ochsen, davon redest
du. Darum sollst du wissen, daß ein Abendmahl angerichtet ist, davon die
Armen essen sollen, wie Christus in Matthäus 11,5 spricht: " Den Armen
wird das Evangelium gepredigt "; denn die Gewaltigen, Heiligen, Weisen
wollen es nicht haben und sollen es auch nicht haben. Das heißt ja den
Juden richtig den Kopf waschen, und besonders diesem hier, der so klug sein
will und Brot im Himmelreich essen, und dennoch das Priestertum und Königreich
erhalten will, es bleibe Christus und sein Evangelium, wo er wolle. Denn also
steht sein Herz, daß er des Herrn Christie gar nicht bedürfte zum
Himmel; sondern unser Herr Gott werde zu ihm und allen Juden sagen: Kommt, die
Juden, und besonders ihr Priester ihr Heiligen, ihr Fürsten, ihr fetten
Bürger, euch ist das Abendmahl bestellt. Ja, sagt er, wahr ist es, geladen
seid ihr; aber ihr achtet es nicht und entschuldigt euch, und wollt auch noch
Recht haben. Darum lasse ich euch gehen, und nehme eher das geringe Volk an,
die Krüppel und Lahmen.
20. Dieses alles geht vom Evangelium allein auf die Juden. Denn er sagt von
den Lahmen und Krüppeln, die auf der Straße und der Gasse in der
Stadt sind, und heißt das Judenvolk eine Stadt, darum daß sie ein
ordentliches und wohl geordnetes Volk gewesen sind, und haben das Gesetz, Gottesdienst,
Tempel, Priester, König, alles von Gott selbst geordnet und durch Mose
angerichtet. Nun schickt er seinen Knecht auch auf die Landstraße, und
befiehlt ihm, er soll Gäste nehmen, wo er sie findet, auch die Bettler
an den Zäunen, und überall .
und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen, und
an die Zäune, und nötige sie herein zukommen, auf das mein Haus Volk
werde.
21. Dieses sind wir Heiden, die wir in keiner Stadt gewohnt, das ist, keinen
besonderen Gottesdienst gehabt wie die Juden; sondern abgöttisch gewesen
sind, deswegen nicht gewußt haben, was wir oder Gott wäre. Darum
heißt unser Ding ein freier, offener Platz, auf der Landstraße,
im Felde, wo der Teufel überall hinläuft und seinen Raum hat, wie
er will. Da gehe hin, spricht der Hausvater, und nötige sie herein. Denn
die Welt hat diese Unart, daß sie sich immer wieder gegen das Evangelium
sperrt, und will diese Lehre nicht dulden, dagegen aber will dieser Hausvater
sein Haus voll Gäste haben; denn er hat alles so gerüstet, daß
er Leute haben muß, die Essen, Trinken und fröhlich sind, sollte
er sie gleich aus Steinen machen. Und dieses ist auch die Ursache, daß
Gott die Welt so lange läßt stehen, so er doch Ursache genug hätte,
um unserer Sünde willen sie in jedem Augenblick in einen Haufen zu stoßen.
Aber er tut es darum nicht, daß er noch auf mehr Gäste wartet, die
auch zu dem Abendmahl gehören. Darum weil nun seine Knechte das liebe Evangelium
zu uns bringen, ist dieses ein Zeichen, daß wir, die wir getauft sind
und glauben, auch zu diesem Abendmahl gehören. Denn wir sind die großen
Herren, die hinter den Zäunen liegen, das ist, blinde, arme, verlorene
Heiden. Aber wie zwingt er uns? Will doch unser Herr Gott keinen gezwungenen
Dienst haben?
22. Also zwingt er uns, daß er uns läßt predigen: " Wer
glaubt und getauft wird, der wird selig; der aber nicht glaubt, der wird verdammt
". Da zeigt er beides an, Hölle und Himmel, Tod und Leben, Zorn und
Gnade. Denn in der Predigt wird uns erst offenbart unserer Sünde und unser
verderblicher Stand, daß wir da vor erschrecken müssen, weil wir
hören, daß hier, sobald wir geboren werden, unter des Teufels Reich
und in Gottes Zorn sind.
23. Dieses heißt also richtig genötigt, wenn man sich also fürchtet
vor dem Zorn Gottes und Hilfe von ihm begehrt. Wenn nun solches auch durch die
Predigten geschehen ist, und die Herzen so zerschlagen und erschreckt sind,
so predigt man denn weiter und sagt: Lieber Mensch, verzage darum nicht, wenn
du auch ein Sünder bist und ein so schreckliches Urteil auf dir hast; tue
also: gehe hin, du bist doch getauft, höre das Evangelium. Da wirst du
lernen, daß Jesus Christus um deinetwillen gestorben, und für deine
Sünde durch seinen Tod am Kreuz genug getan hat. Glaubt du das, so sollst
du sicher sein vor dem Zorn Gottes und ewigem Tode, und sollst auf diesem herrlichen
Abendmahl ein Gast sein, und essen, daß du fein fett und stark werdest.
24. Dieses heißt " nötigen ", nämlich, mit der Sünde
schrecken: nicht wie der Papst nötigt mit dem Bann. Der schreckt das Gewissen
nicht richtig; denn er lehrt nicht, was rechte Sünden sind, sondern geht
mit seinem Narrenwerk um: wer seine Ordnung und Menschen Satzungen nicht hält,
der soll in den Bann getan werden. Das Evangelium aber offenbart die rechten
Sünden und den Zorn Gottes vom Himmel, Römer 1,18, daß wir alle,
keiner ausgeschlossen, in Sünden leben und gottlos sind. Das heißt
unser Herr Gott uns durch sein Evangelium verkündigen, da er zu den Apostel
sagt: " Gehet hin und predigt Buße ". Nun kann man aber die
Buße nicht predigen, man sage denn, Gott ist zornig über alle Menschen
darum, daß sie voll des Unglaubens, in in und anderer Sünden sind.
In dieser Zorn soll sie schrecken, die Gewissen zaghaft und furchtsam machen
daß sie sich selbst nötigen und sagen: Acht Herr Gott, was soll ich
doch immer tun, daß sich von diesem Jammer frei werde? So wird man ihm
sagen: Setze dich hier und iß (denn es sind noch viele Tische frei und
viel Essen da) das ist, du bist getauft, darum glaube an Jesu Cristum, daß
er für deine Sünde gestorben und genug getan hat. Sonst ist kein anderes
Mittel, dadurch dir könnte geholfen werden, denn das du getauft werdest
und glaubst. Dann wird der Zorn aufhören, und vom Himmel nur Gnade und
Barmherzigkeit, Vergebung der Sünden und ewiges Leben scheinen.
25. Darum ist " nötigen " hier als als Buße und Vergebung
der Sünden predigen, Zorn über die Sünder und Gnade über
die Gläubigen. So dringt der Zorn und die Buße, daß man nach
der Gnade laufen und schreien muß. Dieses ist der rechte Weg zu diesem
Abendmahl. Und wird also aus Juden und Heiden eine christliche Kirche, und werden
alle zusammen heißen arme, elende Leute, Lahme und Krüppel. Denn
sie nehmen das Evangelium nach diesem Schrecken herzlich an und kriechen zum
Kreuze. Wer aber dieses nicht tun will, ist er auch noch gleich so weise und
klug, wie er immer nur kann, so hatte er hier sein Urteil, daß er dieses
Abendmahl nicht schmecken kann, das ist, der Zorn Gottes solle über ihm
bleiben, und soll verdammt werden wegen seines Unglaubens. Denn da fragt unser
Herr Gott nicht nach ( wie zuvor gesagt), daß sie reich, weise oder heilig
sind. Und wenn sie auch schon sicher sind, und meinen, es hat mit ihnen keine
Not, werden sie es doch erfahren, daß dies Urteil nicht lügen wird,
welches der Herr hier schließt: Sie sollen es nicht schmecken, mein Abendmahl.
Wir aber, die es annehmen, und mit erschrockenen Herzen, unserer Sünde
wegen, die Gnade Gottes, welche uns im Evangelium durch Christus verkündigt
und angeboten wird, nicht ausschlagen, bekommen für Zorn Gnade, für
Sünde Ewige Gerechtigkeit und für den ewigen Tod das ewige Leben.
26. Dieses schrecklich Urteil geht heutigen Tages, wie wir sehen, gewaltig
unter Türken und Juden, daß sie keinen Geruch des Evangeliums haben;
ja es ist ihnen ein Ekel, daß sie es nicht leiden und hören können.
Also sind unsere Päpste mit Kardinälen und Bischöfen auch, sie
riechen diese Kost nicht, daß sie davon sollten satt werden. Aber wir,
die wir aus Gottes sonderlicher Gnade zu dieser Lehre gekommen sind, werden
fett, stark rund fröhlich davon, und sind über dieser Mahlzeit guter
Dinge. Gott gebe, daß wir also beständig bleiben bis ans Ende, Amen.
27. Also will nun der Herr in diesem Gleichnis uns ermahnen, daß wir
das Evangelium sollen teuer und Wert achten, und uns nicht halten zu dem Haufen,
die meinen, sie seien klug, weise, mächtig und heilig. Denn hier steht
das Urteil: Sie sollen verworfen sein und dieses Abendmahl nicht schmecken.
So soll es uns auch gehen, wenn wir unsere Äcker, Ochsen, Weiber, das ist,
geistliche, wie man es jetzt heißt, oder weltliche Ehre, samt den zeitlichen
Gütern, lieber wollen als das Evangelium.
28. Er sagt mit einfachen, geringen Worten: " Schmecken sollen sie mein
Abendmahl nicht ". Als wollte er sagen: Nun, mein Abendmahl ist auch etwas;
und was gilt es, es soll viel besser sein, wie ihre Ochsen, Äcker und Häuser,
oder Weiber, wenn sie es jetzt verachten und ihrer Äcker, Ochsen, Häuser
viel köstlicher halten. Denn es wird die Stunde kommen, wenn sie ihre Ochsen,
Äcker, Häuser verlassen müssen, daß sie gerne wollten mein
Abendmahl schmecken. Aber es soll dann auch heißen: Lieber, ich bin jetzt
nicht zu Hause, ich kann nicht auf die Gäste warten, gehet hin auf eurer
Äcker, zu euren Ochsen, in eure Häuser, die werden euch wohl ein besseres
Abendmahl geben, weil ihr mein Abendmahl frech und sicher verachtet habt. Ich
hatte auf Gäste gewartet und viel Mühe damit gemacht; das habt ihr
verachtet: habt Ihr es nun besser gekocht, so esset es und seit fröhlich,
aber mein Abendmahl sollt ihr nicht schmecken.
29. Dieses werden dann harte Worte und ein schreckliches Urteil sein an jenem
Tage, wo er mit klaren Worten sein Abendmahl das Ewige Leben heißen wird,
und ihrer Äcker, Ochsen und Häuser das höllische Feuer, und dabei
fest bleiben, daß sie sein Abendmahl nicht schmecken sollen in Ewigkeit,
das ist, es soll keine Hoffnung mehr da sein, daß ihnen geholfen werde.
Denn da wird weder Buße noch Reue helfen. Darum sind dieses schreckliche
heftige Worte, die des Hausherrn großen, unendlichen Zorn an. Denn das
ist die Art von großen Herren und hohen Leuten: wenn sie zornig werden,
so reden sie nicht viel Worte; was sie aber reden, da wiegt dann ein Worte wie
ein Zentner; denn sie haben einen heftigen Sinn, als sie reden können.
Wieviel mehr werden diese kurzen Worte des allmächtigen Herrn einen unaussprechlichliche
Zorn deuten, der nie mehr versöhnt werden kann.
30. Noch gehen wir also dahin als hätte solche harten, schrecklichen Worte
etwa nur ein Narr oder ein Kind geredet, daß wir lachen möchten und
Spotten; Bruder als wäre es unseren Herrn Gott der Scherz, und hören
noch sehen nicht, daß der Text ganz klar sagt, er sei zornig und habe
solches aus großem Zorn geredet, und er ist nicht ein Narr oder ein Kind,
sondern der Herr und Gott über alles, vor welchem wir zittern und erschrecken
(wie die Schrift sagt) die Berge mit Grund und Boden, auch beide, Meer und Wasser
vor ihm fliehen. Noch ist der Mensch so hart und eisern, daß er sich gar
nicht davor fürchtet, sondern noch verachtet und seinen Spott daraus macht.
31. Aber wir Prediger sind hier entschuldigt; denn wir vermahnen euch treulich
genug, daß ihr dieses Abendmahl mehr denn alles Geld um Gut auf dieser
Erde sollt annehmen. Deswegen an jenem Tage die ganze Welt uns wird müssen
Zeugnis geben und bekennen, wir haben keine Schuld. Denn wir sagen es so fleißig
und treulich, daß auch unser Gegenteil davon weiß, und schimpft
unsere Lehre eine Ketzerei. Das nehmen wir mit Dank von ihnen an. Denn damit
bekennen sie, daß sie es ganz bestimmt gehört, gelesen und gesehen,
und wir nicht geschwiegen haben. Haben wir aber nicht geschwiegen, sondern treu
und fleißig alles gelehrt und gepredigt, also, daß unsere Feinde
selber sagen: Wir haben es zu toll getrieben: ach! So laßt den Mann richten,
den wir dafür halten, er hat es uns erzählt; und laß den Mann
sie verteidigen oder uns verdammen, der sie treibt zu verdammen. Es gelte im
Namen Gottes, welches der rechte Gott, welcher Christus der rechte Christ, welche
Kirche die rechte Kirche ist; es wird sich finden, wenn der Schnee geht. Wir
wollen Gott bitten, daß er uns in solcher Lehre und Glauben durch seinen
Heiligen Geist gnädig erhalten wolle, so werden wir gewißlich willkommen
und liebe Gäste zu dieser Mahlzeit sein. Das verleihe uns unser lieber
Vater im Himmel um seines Sohnes, Christie Jesu, willen, durch seinen Heiligen
Geist, Amen.
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