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Da sie nun nahe bei Jerusalem kamen an Bethpage an den Ölberg, sandte
Jesus seiner Jünger zwei, und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken,
der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden angebunden und ein
Füllen bei ihr; löset sie auf und führet sie zu mir. Uns so euch
jemand etwas wird sagen, so sprechet: Der Herr bedarf ihrer; so bald wird er
sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf das erfüllet würde, daß
gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion: Siehe,
dein König kommt zu dir sanftmütig und reitet auf einem Esel und auf
einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen hin und taten,
wie ihnen Jesus befohlen hatte, und brachten die Eselin und das Füllen,
und legten ihre Kleider darauf und setzten ihn darauf. Aber viel Volks breitete
die Kleider auf den Weg; die anderen hieben Zweige von den Bäumen und streueten
sie auf den Weg. Das Volk aber, daß vorging und nachfolgte, schrie und
sprach: Hosianna dem Sohn Davids; gelobet sei, der da kommt in dem Namen des
Herrn, Hosianna in der Höhe!
1. Die Juden hatten viele schöne und herrliche Verheißungen von
dem Messias oder Christus, wie er auf Erden kommen, ein ewiges Reich anrichten,
und sein Volk von allem Übel erlösen und ewig helfen sollte; wie man
denn in der Propheten Predigten überall sieht, daß sie über
die maßen herrlich von dem künftigen Reich Christi reden. Und solche
Predigten bei den Juden sehr wohl bekannt gewesen sind.
2. Aber da fanden sich falsche Prediger und fleischlichen Lehrer, welche das
Volk auf diese Meinung führten, als sollte Christus in weltlicher Pracht
kommen und einreiten, wie es sonst weltliche Könige pflegen, da es alles
auf das prächtigste und schönste zugeht; und sollte dann aus den Juden
in aller Welt eitel große, gewaltige Fürsten und Regenten machen.
Wie sie heute auch noch denken, wenn ihr Messias kommen werde, so werden sie
in aller Welt Herren sein und die Heiden ihre Knechte. Auf einen solchen Messias
oder Christus gaffen sie noch, begehren den Messias, das ist, aber nicht dazu,
daß er sie von Sünden und dem ewigen Tod erlösen sollte.
3. Auf das nun die Juden gewarnt und durch solche fleischlichen Lehrer nicht
betrogen würden, so hat Gott durch den Propheten Sacharja lange zuvor verkündigen
lassen: Christus werden nicht kommen als ein weltlicher König, mit großer
Pracht und köstlicher Rüstung; sondern als ein armer Bettler werde
er zu Jerusalem, in seiner Hauptstadt, auf einen Esel einreiten, wie denn die
Geschichte des heutigen Evangeliums anzeigt. Auf das ja die Juden sich nicht
entschuldigen möchten und sagen: Hätten wir es gewußt, daß
er so ein armer König sein sollte, wir wollten ihn angenommen haben. Denn
solches hat ihnen der Propheten ganz klar angezeigt, vor so langer Zeit. So
ist die Geschichte auch öffentlich bei hellem Tag geschehen, daß
Christus daher reitet auf einem geliehenen Esel, der weder Sattel noch anderes
Gerät hat, deswegen die Jünger ihre Kleider auf den Esel legen müssen,
daß der arme König sich so behelfen muß. Deswegen können
sich die Juden nicht entschuldigen. Denn hier ist eine helle, klare Weissagung:
wenn Christus zu Jerusalem einreiten wird, so werde er nicht, wie sonst weltliche
Könige, auf hohen Pferden, mit Harnisch, Spies und Schwertern kommen, welches
alles zum Ernst gehört und eine Gewalt anzeigt: sondern er werde kommen,
wie es der Evangelist nennt, " sanftmütig ", oder wie der Prophet
spricht, " Arm und Elend ". Als wollte der Prophet jedermann warnen
und sprechen: Habt ja auf den Esel gut Achtung, und wisset, daß der der
darauf kommt, der rechte Messias sei. Darum hütet euch, und gaffet nicht
auf die goldenen Kronen, feinen Kleider und goldenen Stücke, noch auf anderes
herrliches Zeug. Denn Christus wird endlich kommen, mit betrübten und sanftmütigen
Herzen, und auf einen Esel. Das ist alle seine Pracht und Herrlichkeit, die
er in seinem Einreiten gen Jerusalem vor der Welt führen wird.
4. Die Weissagung nun verursacht den Herrn zu diesem Einzug, und ist ihm sehr
viel daran gelegen gewesen. Deswegen er den Jünger auch die Sache so fleißig
befiehlt; und nicht bei Nacht, noch heimlich, sondern öffentlich, bei hellem,
lichtem Tage, zu Jerusalem einzieht, nicht allein, sondern mit viel Volks, das
vor- und nachgeht, und ihm als dem rechten König und Sohn David zuschreit,
wünscht ihm auch Glück und Heil zu seinem Königreich; das also
das ganze Jerusalem dieses Einzugs gewahr werden muß, den Esel und diesen
armen König zu sehen und zu hören, von welchem Sacharja geweissagt
hatte, und die Juden gewarnt, daß sie sich an der armen Gestalt und dem
bettlerischem Einzug nicht ärgern sollten; sondern sollten den Wahn fallen
lassen, daß sie dachten, Christus würde mit weltlicher Pracht kommen.
Er wird wohl ein König sein, spricht Sacharja, aber ein armer, elender
König, der ganz und gar kein Ansehen eines Königs hat, wenn man ihnen
nach der äußerlichen Pracht rechnen und Ansehen will, welche die
weltlichen Könige und Fürsten vor der Welt führen.
5. Dagegen aber, sagt Sacharja, wird dieser arme und bettlerische König
eine andere Macht haben, denn sonst alle Könige und Kaiser haben, die jemals
auf Erden gekommen sind, sie seien gleich so große und mächtige Herren
gewesen, als nie zuvor gewesen sind. Nicht ein reicher, prächtiger, herrlicher
König vor der Welt, sondern ein Gerechter und ein Heiland, der Gerechtigkeit
und Seligkeit mitbringen, und Sünde und Tod angreifen, und ein Sündenfeind
und Todesfeind sein soll, der allen denen von Sünden und ewigen Tod helfen
will, die an ihn glauben und ihn als ihren König aufnehmen, und sich den
armen, und geliehenen Esel nicht ärgern lassen. Die solches tun, denen
soll die Sünde vergeben sein und der Tod nicht schaden, sondern sie sollen
das ewige Leben haben. Und ob sie schon leiblich einmal Sterben und begraben
werden, so soll es doch nicht ein Tod sein noch heißen, sondern nur ein
Schlaf. Solches will der Prophet von diesem Könige uns lehren mit dem,
daß er ihm diese zwei Namen gibt und heißt ihn gerecht und einen
Heiland, der dem Tod die Zähne ausbrechen, dem Teufel den Bauch zerreißen,
und also uns, die wir an ihn glauben, von Sünden, Tod frei machen soll,
und unter die Engel führen, da ewiges Leben und Seligkeit ist.
6. Den anderen Königen läßt er ihre Pracht, Schlösser,
Häuser, Geld und Gut, läßt sie köstlicher Essen, Trinken,
kleiden, bauen, denn andere Leute, aber diese Kunst können sie nicht, die
dieser arme Bettelkönig Christus kann. Denn da ist weder Kaiser, König
noch Papst mit aller seiner Macht, der von der geringsten Sünde helfen,
und mit seinem Geld und Gut die geringste Krankheit heilen könnte; ich
geschweige, daß sie wider den ewigen Tod und die Hölle helfen sollten.
Aber dieser Bettelkönig Christus hilft nicht allein wieder eine Sünde,
sondern wieder alle meine Sünde, und nicht allein wieder meine Sünde,
sondern der ganzen Welt Sünde. Er kommt und will wegnehmen, nicht allein
die Krankheit, sondern den Tod; und nicht allein meinen Tod, sondern der ganzen
Welt Tod.
7. Solches, spricht der Prophet, sagt der Tochter Zion, daß sie sich
nicht ärgere an seiner elenden Zukunft, sondern tue die Augen zu und die
Ohren auf, und sehet nicht, wie armselig er einreitet, sondern hören, was
man von diesem armen Könige predige und sage. Das Elend und Armut sieht
man, daß er auf einem Esel ohne Sattel und Sporen einherreitet wie ein
Bettler; aber daß er die Sünde von uns nehmen, den Tod würgen,
ewige Heiligkeit, ewige Seligkeit und ewiges Leben geben werde, daß sieht
man nicht. Deswegen muß man es hören und glauben. Darum spricht Sacharja:
" Sagt es der Tochter Zion ", daß sie es wisse, und sich daran
nicht ärgere, daß er so jämmerlich einreitet und so schmählich
stirbt. Denn solches alles geschieht hier, Zion, zu gut, daß er die helfen
will, als ein Heiland, wider den Teufel und Tod, und will dich heiligen und
von Sünden frei machen.
8. Wer nun solches nicht mit den Ohren fassen will, sondern mit Augen sehen
und Händen greifen, der wird fehlen; denn mit diesem König ist es
ganz anders, denn sonst mit anderen Königen. Was die selben tun, daß
tun sie mit einer Pracht, und hat alles ein großes, tapferes Ansehen.
Solches findet man bei Christum nicht; der hat solch fein Werk daß er
von Sünden und Tod helfen will, zuerst in die Taufe gesteckt. Da sehen
die Augen anderes nichts, denn ein schlechtes Wasser wie anderes Wasser. Er
hat es in das Wort gefaßt und in die Predigt. Da sehen die Augen anderes
nichts, denn einen Menschen atmen. Aber wir sollen uns hüten und den Augen
nicht folgen, sondern die Augen zu und die Ohren auftun, und das Wort hören.
Dasselbe lehrt, wie unser Herr Christus sein Blut vergossen habe zur Vergebung
unsere Sünde und ewigem Leben. Solche Gaben will er uns geben in der heiligen
Taufe, dem Abendmahl, in der Predigt oder Absolution, da sollen wir es gewiß
finden. Nun, wahr ist es, es scheinet klein und gering, daß durch das
Wasserbad, Wort und Sakrament solches soll ausgerichtet werden; aber laß
dich durch deine Augen nicht verführen. Dort war es auch klein und gering,
daß der, der auf einen geliehenen Esel einritt und hernach sich kreuzigen
ließ, sollte Sünde, Tod und Hölle wegnehmen. Niemand konnte
ihm ansehen; aber der Prophet sagte es. Deswegen muß es auch geglaubt
und mit den Ohren gefaßt sein, mit den Augen wird mans nicht sehen.
9. Darum spricht der Evangelist: " Sagst der Tochter Zion ". Und
der Prophet spricht: " Zion, jauchze, sei fröhlich ", tanz und
spring, " denn dein König kommt ". Was für ein König?
Ein Heiliger, Gerechter König, und ein Heiland oder Helfer, der dein Heiligmacher
und dein Heiland sein will. Denn seine Heiligkeit und Gerechtigkeit will der
dir anhängen, daß du von Sünden frei bist, und sein Leben will
er für dich lassen, daß du durch seinen Tod vom ewigen Tod sollst
erlöst sein. Deswegen ärgere dich nicht an seiner elenden und armen
Gestalt, sondern danke ihm dafür und tröste dich. Denn es geschieht
alles um deinetwillen und dir zu gut, er will dir also von deinen Sünden
und Tod helfen, und gerecht und selig machen.
10. Daß es nun unser König, der liebe Herr Jesus Christus, und ist
dies sein Reich und Amt. Er geht nicht mit Thalern, Kronen und großen
Königreichen, und weltlicher Pracht um; nein, sondern wenn wir müssen
Sterben und können das Leben hier nicht länger behalten, so ist dies
sein Amt und Werk, daß wir durch sein Leiden und Tod wissen, wo wir bleiben
sollen; daß wir können sagen: Ich bin geheiligt durch meinen König
Jesu Christum, der ist darum so elendiglich gekommen, hat sich darum an das
Kreuz schlagen lassen, daß er mich heiligen wollte und in mir ersäufen
meine Sünde und Tod. Wer solches also glaubt, wie er es hört und im
Evangelium gepredigt wird, der hat es also. Denn darum ist die heilige Taufe
von Christus eingesetzt, daß er dadurch seine Gerechtigkeit dir anziehen
will, daß seine Heiligkeit dein und seine Unschuld auch dein eigen sein
soll. Denn wir sind elende, arme Sünder, aber in der Taufe tröstet
uns Christus und spricht: Gib mir deine Sünde her, und ich gebe dir meine
Gerechtigkeit und Heiligkeit; laß dir deinen Tod abziehen und ziehe dafür
mein Leben an. Das heißt eigentlich Christi Regiment. Denn all sein Amt
und Werk ist dieses, daß er uns täglich Sünde und Tod ausziehe,
und seine Heiligkeit und Leben uns anziehe.
11. Diese Predigt sollte man billig mit großen Freuden hören und
annehmen, sich daraus bessern und fromm werden. Es kehrt sich aber leider um,
und die Welt wird aus diese Lehre je länger sie geht umso Ärger und
schlimmer, dieses ist des leidigen Teufels Arbeit und Geschäft. Wie man
sieht, daß die Leute jetzt geizigen und unbarmherziger, unzüchtiger,
frecher und ärger sind, denn zuvor. Was macht dieses? Anderes nicht, denn
daß man diese Predigt nicht mit Freuden annimmt, sondern jederman schlägt
es in den Wind, nimmt sich mehr um Geld und Gut an, denn als um diesen seligen
Schatz, welchen unser Herr Christus zu uns bringt. Deswegen straft sie unser
Herr Gott wie er spricht: Magst du denn mir nicht darum danken, daß ich
durch meines eingeborenen Sohnes Tod und Sterben die Sünde und den Tod
hinweg nehme? Nun, so will ich dir Sünde und Tod genug schaffen, weil du
es doch so haben willst; und wo vorher dich nur ein Teufel geritten hat, sollen
dich jetzt sieben ärgere Teufel reiten. Wie man denn an den Bürgern
und Bauern mit dem schändlichen geiziger, unordentlichen Leben, Unzucht
und andere Unart sieht .
12. Deswegen ermahne ich euch, daß wir ja solche Predigt mit Lust und
Liebe hören, und mit aller Dankbarkeit annehmen wollt, und unseren Herrn
Gott von Herzen bitten, daß er euch einen starken Glauben geben will,
daß ihr solche Lehre behalten möchtet; so wird gewiß auch die
Frucht daraus folgen, daß ihr von Tag zu Tag demütiger, gehorsamer,
freundlicher, züchtiger und frömmer werden. Denn diese Lehre hat diese
Art und Natur an sich, daß sie züchtige, gehorsame, fromme Leute
macht. Die es eben nicht mit Liebe annehmen wollen, die werden siebenmal Ärger,
denn sie zuvor gewesen sind, ehe sie zu dieser Lehre gekommen sind; wie man
überall sieht. Deswegen hütet euch, denn die Stunde wird gewiß
nicht ausbleiben, daß Gott solchen Undank strafen wird. Als dann wird
es sich finden, was die Welt damit verdient habe.
13. Darum lernet diese Geschichte des heutigen Evangeliums wohl. Denn weil
die Juden dem Propheten nicht folgen wollten, ist es uns gesagt, daß unser
König sanftmütig und arm komme, auf das wir uns an solcher Armut nicht
ärgern, noch auf weltlicher Pracht und Reichtum mit den Juden gaffen; sondern
lernen, daß wir an unseren Herrn Christus einen solchen König haben,
der gerecht und ein Heiland ist, und uns von Sünden und dem ewigen Tod
helfen will. Solche Predigt sollt ihr mit Willen und Freuden annehmen, und Gott
dafür von Herzen danken; sonst werdet ihr den leidigen Teufel annehmen
müssen und mit Heulen, Weinen und Zähneklappen.
14. Zu solchen ermahnet uns das Beispiel der Apostel und anderer, so hier mit
dem Herrn Christus zu Jerusalem einlaufen. Denn weil der Herr Christus ein König
ist, so muß er auch ein Reich oder Volk haben, und das Volk muß
sich mit rechtem gebührlichen Dienst gegen diesen König erzeigen.
Was nun solcher Dienst sei, zeigt die Geschichte sehr fein an. Denn hier findet
man Leute, die den Herrn Christum als einen König erkennen, und sich nicht
scheuen, neben dem elenden Esel und armen König her zu laufen.Unter den
selben sind die Apostel die ersten, die erkennen den Herrn Christum für
den Rechten Messias, der gerecht machen und ein Heiland wider Sünde und
Tod sein werde. Deswegen bringen sie hier dem Herrn Christus den Esel, das ist,
sie weisen die Juden zu Christus, die bisher unter dem Gesetz gelebt, und solche
Last, wie ein Esel, getragen hatten. Jetzt aber mit dem Esel führen sie
zu Christus auch das junge Füllen, die Heiden, so noch ungezähmt und
unter keinem Gesetz gewesen waren. Denn Christus ist ein Heiland aller Menschen.
Deswegen alle rechtschaffenen Prediger und Lehrer die Leute zu Christus leiten
und führen sollen. Das ist der eine Gottesdienst, der diesem König
gebühret, daß man ihn für einen Gerechten und Heiland erkennen,
annehmen, rühmen und preisen, und jederman zu ihm weisen soll.
15. Der andere Gottesdienst ist, daß man dem Herrn Christus auf den Esel
das Hosianna singen soll, das ist, nach dem an ihn erkannt und als einen Heiland
angenommen hat, soll man auch ihm zu seinem Reich Glück und Heil wünschen,
und alles tun, was zur Förderung seines Reiches dient. Gott gebe es; sagen
die Pharisäer und Priester dazu, was sie wollen. Denn " Hosea nach
" heißt auf deutsch: Herr, hilf, Herr, gib Glück dem Sohn David.
Eben wie wir im Vater Unser beten: dein Reich komme. Denn der Teufel und seine
Glieder werden es nicht unversucht lassen, wie sie dieses Reich hindern, und
das Wort entweder vertilgen oder fälschen können. Da gehört nun
beten und wünschen zu, daß Gott solchen des Teufels Willen brechen,
und zurück treiben wolle.
16. Das dritte ist, daß man nicht allein beten, sondern auch die Kleider
ausziehen und dem Herrn Christus auf den Weg streuen soll, daß er doch
ein wenig einen herrlichen und ehrlichen Einzug haben möge; welches geschieht,
wenn wir das Predigtamt fördern nach unserem Vermögen, daß man
helfe mit Geld und Gut, daß man feine, Gelehrte, fromme Leute aufziehe,
die der Kirche mit dem Wort und gutem Wandel vorgehen; daß man die, so
im Amt sind, also halte, daß sie ihres Amtes warten, nicht aus Mangel
an Nahrung davon lassen müssen. In der Summe, wo man Geld und Gut dazu
brauchen kann, daß die Kircheämter wohl bestellt und die Leute mit
rechten Vorstehern wohl versorgt werden, da bereitet man dem Herrn Christus
die Kleider unter, daß er desto ehrlicher möge einreiten.
17. Also soll man diesem König dienen, und nach den Hohenpriestern und
Pharisäern nicht fragen, welchen dieser Einzug und armes Gepränge
sehr wider und entgegen ist; ja, wollten es auch noch gern wehren. Aber Christus
will es nicht verhindert haben. Denn weil er ein König ist, so muß
er sein Hofvolk und Hofdienst haben. Und wohl denen, die ihm dienen; denn er
ist ein solcher König, der uns wieder dienen will, nicht mit Geld und Gut,
welches ein sehr geringer Dienst ist, sondern mit Gerechtigkeit wider die Sünde,
und Hilfe gegen den Tod und ewige Verdammnis. Deswegen sollen wir zu seinem
Dienst bereit und willig sein, und uns des Papstes, der Bischöfe und anderer
Beispiele nicht ärgern, welche damit umgehen, daß sie nicht, wie
die Apostel, den Esel zum Herrn Christus führen und ihn darauf setzen;
sondern wollen sich selbst auf dem Esel setzen, die Leute mit Lehre und anderem
regieren, wie sie wollen. Christum aber lassen sie zu Fuß gehen, und können
nicht leiden, daß er durch sein Evangelium einreite und sich sehen lasse.
18. Diese falschen Lehrer haben auch ihre Schüler, die ihnen heucheln,
Palmen und Ölzweige an den Weg streuen; aber zu dem armen Christus werfen
sie mit Steinen. Denn sie verfolgen ihn, sein Evangelium, und alle, die es predigen.
Solche werden an jenem Tag mit den Juden inne werden, daß sie den gerechten
König und Heiland verachtet haben, und müssen deswegen Gottes Zorn
in Ewigkeit tragen; dagegen die, so ihn angenommen, erkannt und ihre Armut zu
seinen Ehren gewendet haben, durch ihn ewige Gerechtigkeit und ewiges Leben
empfangen werden. Das verleihe uns allen unser lieber Herr und Heiland Jesus
Christus, Amen.
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