Lyrikstimmen: Die Bibliothek der Poeten. - 122 Autorinnen & Autoren, 420 Gedichte, 100 Jahre Lyrik im Originalton: Die Bibliothek der Poeten. 122 ... 420 Gedichte. 100 Jahre Lyrik im Originalton


 
Die Bibliothek der Poeten - ein Meisterwerk
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(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)    Rezension bezieht sich auf: Lyrikstimmen: Die Bibliothek der Poeten. - 122 Autorinnen & Autoren, 420 Gedichte, 100 Jahre Lyrik im Originalton: Die Bibliothek der Poeten. 122 ... 420 Gedichte. 100 Jahre Lyrik im Originalton (Audio CD) Vielleicht hatten sie auch immer schon einmal die Idee oder den Wunsch die Stimme eines berühmten Dichters hören zu können, beispielsweise die von Erich Kästner, von Hermann Hesse, Berthold Brecht, Robert Gernhardt, Thomas Bernhard, Kurt Tucholsky, Ricarda Huch oder Ingeborg Bachmann. Jetzt haben sie die Gelegenheit dazu, denn der Hörverlag hat nach fünfjähriger Arbeit zur Frankfurter Buchmesse 2009 dieses faszinierende Zeitdokument herausgebracht. Herausgeber, die Dichter und Schriftsteller Michael Krüger, Harald Hartung, Peter Hamm und Christiane Collorio, haben unter dem Titel Lyrikstimmen" eine unglaubliche Anthologie zusammengestellt. 122 der wichtigsten Dichterinnen und Dichter der letzten hundert Jahren aus dem deutschsprachigen Raum sind auf diesen neun CDs versammelt. Die älteste Aufnahme von Hugo von Hofmannsthal stammt aus dem Jahre 1907. Insgesamt werden 420 Gedichte von ihren Verfassern vorgetragen. Die ersten Tonaufnahmen aus den frühen Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts berauschen weniger, als dass sie rauschen. Häufig spürt man die Unsicherheit der Autoren mehr als die Kunst des Vortrags und trotzdem ist es ein Faszinosum den Text von dem gesprochen zu hören, der ihn auch geschrieben oder durchlebt hat.

Authentizität, Interpretation aus erster Hand, dadurch zeichnen sich diese Tondokumente aus, die auch gleichzeitig ein Spiegel ihrer Zeit sind. Aufwendige Recherche und weltweite Archivfunde in Rundfunkarchiven und Antiquariaten machen es möglich das diese großartige Edition, die ungeheure Entwicklung des lyrischen Vortrags, wie er heute perfektioniert ist, von seinen Anfängen her nachzeichnet. In dem unverwechselbaren Pathos merkt man Mentalität, Deklamationsart und Redestil der jeweiligen Epoche. Bei einigen Aufnahmen wird man unangenehm an die Nazizeit erinnert und dann merkt man auch, wie sich nach dem Kriegsende der Deklamationsstil total verändert hat. Mit erschütterter "Grabesstimme" wollten die Dichter und Denker dem aufmerksamen Publikum scheinbar erklären, wie Ernst es wirklich um unsere Welt bestellt ist.

Fazit: Ein Mammutwerk das nicht verhehlt, der eine oder andere Dichter ist wirklich kein guter Vorleser, wenn er seine Verse in Schülermanier brav aufsagt, hinausschreit oder vorliest. Eine wahnsinnige Arbeit haben sich die Herausgeber da gemacht. Unter dokumentarischen Gesichtspunkten ist ihnen ein Meisterwerk gelungen, ein absolutes Muss für jeden Lyrikliebhaber, für den einen oder anderen eine ideale Einstiegsdroge, die bei manchen Rezitationen den Wunsch aufkommen lässt das dann lieber lesen zu wollen.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 12. April 2010
Kundenrezensionen:
3. Einstimmen in faszinierende Lyrik
2. Diese Sammlung ist ein editorisches Meisterwerk und für alle Freunde von Gedichten ein wunderbares Geschenk
1. Die Bibliothek der Poeten - ein Meisterwerk (die aktuell angezeigte Rezension)
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