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| Bank-Räuber: Wie kriminelle Manager und unfähige Politiker uns in den Ruin treiben
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Fachmännische Generalabrechnung als Finanzkrimi
• • • • • (bewertet mit 5 von 5 Punkten)
Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Bank-Räuber: Wie kriminelle Manager und unfähige Politiker uns in den Ruin treiben (Gebundene Ausgabe) Während Finanzakteure Milliarden verdienen, schwächeln andere im großen Stil. Während einige unverantwortlich handelnde "Bänker" die Welt in die Krise stürzten, kassierten sie weiter exorbitante Bonuszahlungen, ohne mit der Wimper zu zucken. Die gigantische Investentbank Lehman Brothers fällt plötzlich in sich zusammen wie ein Kartenhaus im Wind. Warum konnten Banken überhaupt Unsummen Geld verschleudern und eines der risikoreichsten Vabanque-Spiele der Finanzgeschichte anleiern, ohne dass Aufsichtsbehörden hellhörig wurden? Warum muss der deutsche Steuerzahler eigentlich den Löwenanteil der Rettungsgelder für solche Banken berappen, die skrupellose Finanz-Hasardeure an den Rand des Ruins spekuliert haben? Warum eigentlich stehen in diesem Land die meisten Bad-Banks der Welt? Was sind die politischen Hintergründe und menschlichen Abgründe hinter und unter den Geschehnissen, die eine derartige Finanzkrise heraufbeschworen haben?
Leo Müller beschreibt die schockierenden Hintergründe des Finanzdebakels als eine Mischung aus Unfähigkeit der politischen Entscheidungsträger und kriminellen Machenschaften gieriger Manager. Ausführlich spricht er über Täuschungsmanöver und politische Taktiken, die einen Wirtschaftsskandal ans Tageslicht befördern, der seinesgleichen sucht. Die Enthüllungen dieses Finanzkrimis zeigen, wie die Realiät die schlimmsten Befürchtungen irgendwann einholt. Erschütternd und erdrückend sind die Fakten, die Müller hier aufarbeitet und die vor allem die Politik als gefährliches Spiel der Mächtigen erscheinen lassen. Die These, dass bereits Jahre vor Ausbruch der Krise Finanzminister Eichel, Wirtschaftsminister Clement und Kanzler Schröder die Gefahr erkannt haben, die Reißleine des Verstands aber aus politischem Kalkül heraus nicht zogen, ist provokativ und in jedem Fall von höchster Brisanz. Auch und gerade seine Behauptung, die derzeitige politische Aufarbeitung der Pleite sei ein billiges Theaterstück, das uns teuer zu stehen kommt, wird manche nachdenklich stimmen.
Fazit: Dies ist die schonungslose aber fachmännische Abrechnung eines Wirtschaftsautors mit gierigen und unfähigen Entscheidungsträgern der Finanzwelt. Beeindruckende Sachkenntnis und engagierte Recherche verschiedenster Fakten verschmelzen hier zu einem anregend geschriebenen Finanzkrimi der besonderen Art. Hier wird Tacheles geredet - (fast) ohne Übertreibung. So rüttelt der Autor auf. Realität könnte nicht besser aufbereitet werden und wohl kaum nachhaltiger erschüttern.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 21. Mai 2010 | | |
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