|
Und es begab sich, dar er reiste gen Jerusalem, zog er mitten durch Samarien
und Galiläum. Und als er in einen Markt kam, begegneten ihm zehn aussätzige
Männer, die standen von ferne, und erhobenen ihre Stimme und sprachen:
Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser. Und da er sie sahe, sprach er zu ihnen:
Gehet hin und zeiget euch den Priestern. Und es geschah, da sie hingingen, wurden
sie rein. Einer aber unter ihnen, dar er sahe, daß er gesund geworden
war, kehrte um, und preiste Gott mit lauter Stimme, und viel auf sein Angesicht
zu seinen Füßen, und dankte ihm. Und das war ein Samariter. Jesus
aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein geworden? Wo sind aber
die neune? Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrte und gäbe
Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe
hin; deinem Glaube hat dir geholfen.
1. Im heutigen Evangelium hörete ihr am Ende, wie der Herr den Glauben
preiset. Dein Glaube, spricht er zum Samariter, der aussätzig gewesen war,
hat dir geholfen. Gibt also die Ehre, daß dieser gesund geworden ist,
nicht sich selbst (sonst würde er sagen: Ich habe dir geholfen), sondern
dem Glauben. Will uns damit reizen, daß wir auch solchem Beispiel nach
mit ganzer Zuversicht Gott Glauben, und gewiß sein sollen, was wir glauben,
daß wir es durch Christum haben sollen. Glauben wir durch Christum Vergebung
der Sünden und ein ewiges Leben, so soll es ja sein; Glauben wir, daß
Gott um Christi Willen uns gnädig und barmherzig sei, so will er gnädig
und barmherzig sein. Daß es also alles aus dem Glauben soll zugeeignet
werden, nicht Gott, der es doch allein tut. Auf das jedermann lerne, wo wir
etwas nicht erlangen, daß wir doch gerne hätten und wohl bedürften,
daß es nicht an Gott mangelt, sondern allein an unserem Unglauben; sonst,
wo wir fest glaubten, würden wir es gewißlich haben.
2. So ist nun dies die erste Lehre aus dem heutigen Evangelium, daß wir
wissen sollen, es soll ja sein alles, was wir uns zu Gott versehen und trösten
können. Wer aber Gott nicht glauben, und sich nichts Gutes zu ihm versehen
will, der denke nur nicht, daß er etwas werde kriegen. Wie Jakobus in
seiner Epistel sagt, Kapitel 1. denn wer mit Gott handeln und etwas von ihm
mitten will, der muß nicht zweifeln noch wanken, und sagen: Wer weiß,
ob mir es Gott geben will, oder auch ich es Wert bin? Nein, bei Leibe nicht;
sondern also sollst du sagen: Ich weiß, was ich Gott bitte, daß
er es um Christie Willen gern tun und geben will. Und ob er es schon jetzt und
auf diese Weise nicht tut, wie ich es gerne hätte, so wird er es auf eine
andere Zeit und Weise tun.
3. Denn ein Wankelherz, daß nicht glaubt, noch Gewissen dafür hält,
daß es etwas erlangen werde, daß wird nimmermehr gewährt. Denn
Gott kann es ihm nicht geben, wenn er gleicht gern wollte. Es ist eben wie ein
Gefäß, daß man in Händen hält, und will es doch nicht
still halten, sondern bewegt es immerhin und wieder, da wird man nichts eingießen
können; und auch man schon gern hineingießen wollte, so läuft
es doch daneben hin und kommt vergebens um. So ist es auch bei einem ungläubigen,
wankenden Herzen. Gott wollte gern geben, was wir bedürfen; aber da stehen
wir, wie ein toller Bettler, wir halten den Hut auf, daß er uns etwas
hinein werfe, und wollen doch nicht still halten. So will unser Herr Gott seine
Gaben auch nicht so vergebens hinschütten, daß sie daneben fallen
und verloren sind. Eben als wenn du eine Flasche den Händen hättest,
und begehrst, man sollte dir Wein hineingießen, und wolltest sie doch
immer mit der Hand hin und her schleudern. Das würde einen Wirt böse
machen, besonders wenn er dir den Wein noch schenken und kein Geld dafür
nehmen wollte. Er würde sagen: Nun verschwinde, meinst du denn, ich will
den Wein auf die Erde gießen? Eben so ein Ding ist es auch um ein wankend,
ungläubig Herz, da kann Gott nichts hinein gießen, auch wenn er es
gern wollte.
4. Wiederum, wo man nicht wanket, sondern fein still hält, da will er
gern geben. Wie wir hier an den 10 Aussätzige sehen; die stehen und schreien:
" Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser ". Sie halten fein still,
und zweifeln gar nicht daran, er werde helfen. Darum, wie sie glauben, so geschieht
es ihnen auch. Das sollen wir wohl merken, auf das wir auf Gottes Güte
lernen fest trauen, und mit dem Herzen nicht wanken, sondern fein still halten
und in allem, daß wir bitten, es sei um Gesundheit, Nahrung, Glück,
Weisheit, Gerechtigkeit. Denn Gott will solches gern geben, sofern es zu seiner
Ehre gereichen soll, und unserer Seligkeit nütz und gut ist. Ohne daß
er es zuweilen verzieht, uns also zu versuchen, ob wir mit dem Gebet und Glauben
auch anhalten wollen. Das ist das erste Stück aus dem heutigen Evangelium,
daß wir im festen Glauben beten, und an Gottes gnädigen Willen durch
Christum nicht verzweifeln sollen.
5. Das andere Stück ist ein sehr schreckliches Beispiel, daß ihrer
zehn am Anfang so einen festen Glauben haben und gesund werden, und doch die
neun wieder abfallen, und dem Herrn Christus solcher Wohltat wegen keinen Dank
sagen.
6. Es soll aber solches Beispiel uns dazu dienen, daß wir dankbar sind
und vor dem schändlichen Laster der Undankbarkeit uns hüten sollen.
Denn es will unser Herr Gott, und nicht billig, die Ehre haben, daß wir
ihm wir alle seinen Wohltat danken sollen.
7. Solche sollten wir auch gern und williglich tun. Denn es ist ein Ding, daß
nicht viel Mühe macht. Denn was kann es dir doch Schaden, daß du
dich zu Gott zu erste und sagst: Ach Herr, du hast mir gesunde Augen, gesunde
Hände und Füße, dies und anderes gegeben; ich danke dir von
Herzen dafür, denn es ist ja deine Gabe. Also, was kann es dir Schaden,
daß du deinem Vater und Mutter, deinem Herrn und Frau, deinem Nachbar
dankest, wenn dir eine Wohltat von ihnen widerfahren ist? Bricht ist dir doch
kein Bein, und ist allein darum zu tun, daß man sehe, ob es wohl auch
an dir angelegt sei, also tut der Samariter hier, kehrt um zum Herrn und dankt.
Das hat ihn keinen Pfennig, sondern wenig Worte gekostet; und gefällt doch
dem Herrn sowohl, daß es ein Wunder ist.
8. Den Leuten gefällt Dankbarkeit auch wohl, und tut ihnen sanft; werden
auch dadurch gereizt, daß sie ein anderes mal mehr helfen. Die Heiden
haben gesagt: der Undank sei das größte Laster. Darum, wenn man einen
undankbar schimpft, so habe man ihn auf das höchste beschimpft. Den auch
so erfahren wir, daß solche Untugend sehr gemein ist, und denen am meisten
begegnet, die allen Dank an uns verdient haben; als da sind: Vater und Mutter,
die an ihre Kinder Leid, leben, Ehre und gut, und was sie haben, wagen. Aber
wie lohnen ihnen die Kinder? Was erleben sie an ihnen? Selten geschieht es,
daß ein Kind dankbar ist. Das macht der leidige Teufel. In anderen Ständen
geht es auch so zu.
9. Darum lerne dich hüten vor dem großen und schändlichen Laster,
davon die Quelle versieget, da alle Treue und Wohltat unter den Menschen herfließt.
Denn wo man ein undankbares Herz findet, da vergeht Lust und Liebe, daß
man ferner helfen und solchen Leuten etwas sollte zu gut tun. Denn wer anderen
Leuten helfen soll, und soll keinen anderen Dank davon bekommen, denn daß
man ihm dafür die Hand schmeiße, das ist ein sehr verdrießliches
Ding. Das ist das erste Wort, daß man sagt: Es ist alles verloren mit
dem heillose Menschen. Laßt ihn immerhin fahren, er wollte ihn nicht ansehen,
daß ich ihm mit einem Heller helfe. Also werden die Leute unwillig. Das
richtet der schändliche Undank an, und ist doch in der Welt ein sehr gemeines
Laster.
10. Darum, wenn ihr fromme Christen sein wollt, soll lerne, daß ihr dankbar
seid, erstlich Gott, unserem gnädigen Vater im Himmel, der Leib und Leben
schenkt und erhält; gibt danach auch alles, was gehöret zum ewigen
Leben. Danach seid auch dankbar gegen eure Eltern, Freunde, Nachbarn, und alle,
die euch Gutes bewiesen haben, und erweiset ihnen wieder Gutes; auf das, wo
ihr es gleich mit Werken nicht vergelten könnte, dennoch ihr mit Worten
euch dankbar und freundlich erzeiget. Solches steht euch wohl an, und Gott will
es von euch haben. Aber der wenigste Teil tut es. Denn weil man es bei der Welt
nicht erheben kann, daß sie zum wenigste mit Worten sich dankbar erzeigen,
ist es kein Wunder, daß man die Leute zum Danken nicht bringen kann; wie
das Sprichwort heißt: Wohltat ist bald vergessen.
11. In Klöstern gewöhnt man die jungen Mönche, wer ihnen nur
eine geschnittene Feder schenkte, daß sie sich bücken und sagen mußten:
Gott sei gelobt um alles daß, daß er uns schenket. Solches war nicht
eine böse Weise; denn es geschah darum, daß das junge Volk sich gewöhnen
sollte, alles mit Danksagung gegen Gott und die Menschen anzunehmen. Darum,
ob es gleich nicht immer so im Herzen war, so war es doch fein, daß man
die Worte sagte. Also steht im 116. Psalm Vers 12,13.: " wie soll ich den
Herrn vergelten alle seine Wohltat, die er mir tut? Ich will den heilsamen Kelch
nehmen, und des Herrn Namen predigen "; das ist, ich will ihm darum loben,
preisen und danken, und sagen, er habe mir gütlich getan. Gern, liebes
Kind, spricht unser Herr Gott, da habe ich eben genug an.
12. Aber der gütige Vater kann es bei wenigen Leuten erlangen. Der meiste
Teil verfolgt sein Wort, und lästert ihn, unangesehen daß alles,
was wir haben, wir allein durch ihn und aus seinen Gnaden haben. Und ist an
solchem noch nicht genug; seinen eingeborenen Sohn, den er uns zum Trost wieder
Sünde und ewigen Tod geschenkt hat, hängen sie noch an den Galgen.
Das mag je eine Welt sein, der Gott sollte billig feind sein und ihr nichts
Gutes tun. Aber er läßt sich nicht erzürnen, er bleibt gütig
und gnädig, und hilft überall.
13. Darum ist es an dem nicht genug, daß wir lernen dankbar zu sein,
sondern wir müssen uns auch zu der Tugend gewöhnen, die den Undank
leiden kann. Das ist alle ein Gottes und der rechten Christen Tugend. Denn da
sind Beispiele genug vor Augen, die da zeugen, daß die Welt solches nicht
kann. Die Griechen haben sehr feine Leute gehabt, die dem Vaterland treu beigestanden,
und Leib und Leben gewagt haben. Aber sobald sie merken, daß der Dank
außen bleibe und sie solcher Wohltat nicht genießen, sondern man
ihnen noch zusetzen und sie drücken wollte, wurden sie ungeduldig darüber.
Also das gleich wie sie zuvor das Vaterland wieder die Feinde geschützt
hatten, sie danach den Feinden wieder das Vaterland halfen, und wurden die ärgsten
Feinde. Das ist unserer Art und Natur, aber es ist eine böse Art, der wir
uns absagen, und Gottes Art an uns nehmen sollten, der, ob er wohl dem Undank,
als einem schändlichen, großen Laster, feind ist, dennoch läßt
er sich dadurch nicht bewegen, daß er auch wollte böse sein, er bleibt
immer gut und gnädig gegen jedermann, der seiner Hilfe bedarf.
14. Wer nun ein Christ sein will, der lerne, daß er sich dieses erzeiget,
daß er mit all seiner Wohltat, Treue und Dienst nicht überall werde
Dank verdienen, sondern müsse auch Undank leiden. Solches aber sollen wir
uns nicht betrüben lassen, daß wir anderen nicht mehr dienen noch
helfen wollten. Denn das ist eine christliche Tugend und eine rechte Frucht
des Glaubens, daß wenn du dein Bestes getan hast und man dir dagegen die
Hand verweigert, du Geduld habest, und sagst: Nein, damit sollst du mich nicht
erzürnen noch unlustig machen; ich will es leiden, und dennoch helfen,
wo ich kann. Willst du undankbar sein? Ich weiß einen über uns im
Himmel, der wird mir an deiner statt danken; das soll mir lieber sein, denn
so du mir dankest. Das heißt, christlich sich halten, und wie es Salomon
nennt, brennende Kohlen auf des Undankbaren Haupt schütten.
15. Diese Kunst wirst du von der Welt nicht lernen. Sie tut das Gegenteil.
Will man nicht dankbar sein, so denkt sie, was sie getan habe, daß sei
hin und verloren. Sie will hinfort ihre Wohltat nicht mehr so schlecht anlegen.
Aber unser Vater im Himmel ist es, da wir solche Kunst von lernen sollen, der
läßt seine Sonne erscheinen, nicht allein über die Frommen,
die ihm dafür danken, sondern auch über die Bösen, die ihm nicht
danken, sondern aller Gaben mißbrauchen. Er könnte des Rechtes wegen
auch sagen: Ich habe die Sonne so viele Jahre scheinen lassen, Korn, Wein und
allerlei Früchte und Wohltat gegeben; aber ich verdiene kleinen Dank; darum
will ich sie nicht mehr scheinen, und die Undankbaren Welt des Hungers Sterben
lassen. Aber er tut es nicht, der gnädige Vater. Nein, spricht er, so groß
soll der Welt Undank nicht sein, daß sie mich damit sollte zornig machen.
Will sie nicht dankbar sein, so will ich dennoch gnädig sein, und die Undankbaren
zu seiner Zeit wohl finden.
16. Diese Kunst sollen wir auch lernen, wollen wir anders Christen sein. Denn
das ist der christlichen Liebe Art, daß sie alles trägt und duldet,
und läßt sich dennoch nicht bitter machen. Aber sehr wenige sind
ihrer, die solche Liebe haben; darum sind auch sehr wenig rechte Christen. Sonst
würden wir den Leuten gerne Gutes tun und helfen, und doch uns den Undank
nicht verdrießen, noch seltsam denken lassen, wie die Welt: der tut es
weh, und verdrießt sie sehr, wo die Wohltat nicht vergolten wird. Aber
denke du und gewöhne dich daran, hast du einem heute Gutes getan und er
gibt dir den Undank, laß dich durch solches nicht anfechten. Denn er wird
es wohl finden, wie er solches Undankes genießen werde. Du Fahrer Forte,
und spricht: Ist es an diesem verloren, schnell eine anderen her, und dem auch
wohl getan. Will der dir auch nicht gut tun, wohl her mit dem Dritten, und so
weiter, auf das du lernest sagen, wie unser Herr Christus hier sagt: Sind ihrer
nicht 10 gesunden geworden, wo sind die neun?
17. Der liebe Herr verdienet auch ein wenig Dankes; aber er läßt
sich genügen, daß doch einer aus den 10 wieder kommt und ihm danket.
Er würde auch nach den anderen nicht gefragt haben, wenn er es nicht darum
getan hätte, daß er wollte damit zeigen, wie er dem Undank so feind
ist. Als wollte er sagen: Harre, wollt ihr undankbar sein, ihr werdet mir nicht
so entgehen; ich will einmal danach fragen, wo ihr geblieben seid, daß
ihr mir noch nie dafür gedankt habt, daß ich euch Leib rund Leben
gegeben, und alles erschaffen habe, was euch nötig ist. Da wird es sich
dann finden, was für eine schändliche Untugend der Undank ist.
18. Darum müssen wir uns daran gewöhnen, und an dem Beispiel unseres
Herrn lernen, daß wir den Undank verachten können. Denn die Erfahrung
gibt es und jedermann sieht es vor Augen, da wo unser Herr Gott 10 gute Jahre
gibt, wir ihm kaum für eines oder ein wenig danken; ja, daß noch
mehr ist, der besten Jahre mißbrauchen wir immer auf das schändlichste.
Gibt Gott ein reiches Jahr mit Wein, kaum und anderem, da finden sich Geizhälse,
die kaufen es auf und warten bis läßt teuer wird. Andere denken,
weil viel gewachsen sei, müssen sie noch mehr umbringen, Schwelgen und
Saufen; damit danken sie Gott für seinen Segen. Also wird kaum für
den zehnten Teil seiner Gaben und Güter unseren Herrn Gott gedankt. Darin
sollen wir uns auch gewöhnen, und uns es nicht weh sein lassen, sondern
uns genügen lassen, wenn wir unter 10 einen finden, die er uns für
unsere Wohltat dankt. Die anderen werden es zu seiner Zeit finden. Denn sie
sollen es unseren Herrn Gott, der den Dank haben will, nicht also hinweg tragen.
19. So hat nun eure Liebe aus dem heutigen Evangelium diese zwei Lehrern: die
erste, vom Glauben, die andere, von den zwei schönsten Tugenden, daß
wir sollen dankbar sein und daneben lernen den Undank zu leiden. Die Dankbarkeit
sollen wir vom Samariter lernen, und uns seinem Beispiel nach halten, daß
wir gegen Gott und die Menschen nicht undankbar erfunden werden. Von Christus
aber sollen wir lernen, ob hier gleich jemand Gutes tun, und doch keinen Dank
bekommen, daß wir uns darüber nicht ärgern, und doch Gutes weiter
tun. Denn wie ich zuvor gesagt, in der Welt ist es ein sehr gemeines Laster,
daß man durch Undank die Leute unwillig und verdrossen macht, und oft
ihrer 10 eines Undankbaren Menschen entgelten müssen. Aber bist du ein
Christ, so tue also nicht. Ob dich gleich neun betrügen, so lasse dich
genügen, daß nur der zehnte gut undankbar ist. Denn Christus selbst
findet die Leute nicht, die für so eine große Wohltat dankbar wären;
wolltest du es denn besser haben als er? Darum lasse es auch bis auf die neun
kommen, du wirst ebensowenig Schaden davon haben, als Christus. Sie aber müssen
Schaden haben, daß weder Glück noch Heil bei den Undankbaren Leuten
sein wird.
20. In der Summe, dann werden wir feine Christen sein, wenn wir zuerst einen
festen Glauben und Vertrauen auf Gottes Güte haben; danach nicht allein
dankbar sind, sondern auch den Undank leiden können. Denn wir werden es
nicht besser haben, denn als Christus, unser Herr. Den Leuten sollen wir alles
gute beweisen, dann neben doch warten, daß ihrer unter 10 kaum einer ist,
der so gestellt ist und sich dankbar erzeigen wird. Und kann wohl kommen, daß
es eben der sei, der danket und da es wohl angelegt ist, da man am wenigsten
den Trauen und die Hoffnung zu hat; wie der Samariter hier ist. Unser lieber
Herr Gott gebe seine Gnade, daß wir uns bessern, und den schändlichen
Undank gegen Gott und die Menschen mit ernst meiden und fliehen, Amen.
|